Am 20. Mai 2026 fand das Abschlussevent des Projekts just better DATA bei AUMOVIO in Schwalbach am Taunus statt. Rund 80 Teilnehmende kamen zusammen, um auf die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre zu schauen, gemeinsam zu diskutieren und einen Blick in die Zukunft zu werfen.
Eine Erfolgsgeschichte: jbDATA und die Smart Data Loop
Über die dreijährige Projektlaufzeit hinweg hat jbDATAmit der Smart Data Loop einen systematischen und effizienten Ansatz entwickelt, um hochwertige Daten für die Entwicklung, das Testen und die Validierung moderner Perzeptionssysteme bereitzustellen. Im Fokus standen dabei vor allem KI-basierte Anwendungen und Lösungen für das automatisierte Fahren.
Die Smart Data Loop verbindet alle relevanten Prozesse entlang der datengetriebenen Entwicklung:
- Datenaufnahme und -verarbeitung im Fahrzeug (Edge);
- Cloudbasierte Verarbeitung und Analyse der Daten;
- Ergänzung von unterrepräsentierten Daten mithilfe von synthetischer Datengenerierung;
- Kontinuierliche Verbesserung von Modellen durch Retraining und Deployment in der Closed Loop.
Diese geschlossene Schleife ermöglicht es, Daten effizienter zu sammeln und damit KI-Modelle kontinuierlich zu optimieren.
Interaktive Formate im Fokus
Ein Highlight des Events waren die interaktiven Sessions, die den Teilnehmenden Raum für Austausch, Diskussion und praxisnahe Einblicke boten.
Im Workshop From Data to Dataset wurde diskutiert, wie qualitativ hochwertige und wiederverwendbare Datensätze für KI-Anwendungen erstellt werden können. Parallel gab es einen Workshop zum Thema Synthetic Data. Dort lag der Fokus auf einem strategischen Rahmen für den Einsatz synthetischer Daten in modernen KI-Systemen.
Live Demonstrationen: Innovation zum Anfassen
Die Demo-Sessions zeigten anschaulich, wie die Smart Data Loop in der Praxis funktionieren kann – von Hardwareintegration im Fahrzeug bis hin zur cloudbasierten Weiterverarbeitung. Dadurch wurden komplexe Zusammenhänge greif- und konkrete Anwendungsmöglichkeiten sichtbar. Teilnehmende konnten entlang des Konzeptes der Data Loop vor Ort in die Fahrzeugtechnik mit Sensorik und Edge Plattform eintauchen, ein Kalibrierungs-Setup entdecken, die Trigger-basierte Datenaufnahme diskutieren und die Anomalie-Erkennung live erleben. Zudem wurde die Datenaufbereitung in der Cloud und die Anonymisierung von Live-Daten vorgeführt. Vervollständigt wurde die Session mit einer Posterausstellung. Dort zeigten die Expert:innen des Projekts zusätzliche Ergebnisse und konnten Fragen der interessierten Gäste ausführlich beantworten.
Fachvorträge und Einblicke in Schlüsselthemen
In zahlreichen Präsentationen wurden zentrale Projektergebnisse vorgestellt. Zudem gab es externe Impulsbeiträge zum Thema End-2-End Data Selection von Dr. Claudio Longo (AUMOVIO) und Prof. Dr. Fabian Flohr (Hochschule München).
In Deep Dives gewannen die Teilnehmenden technische Einblicke in die Themen Smart Data Curation sowie Edge Software Stack and Cloud Integration.
Das Programm war vielfältig angelegt. Es spiegelte umfassend die inhaltliche Breite des Projekts wider – von der genutzten Hardware in der Edge über die KI-basierte Datenauswahl und die gezielte Ergänzung mit synthetisch erstellten Daten bis hin zur Closed Data Loop. Und es veranschaulichte gleichzeitig die enge Verzahnung von Forschung und industrieller Anwendung.
Der Abschluss: From Data Sharing to Shared Intelligence
Ein inhaltlicher Höhepunkt war die Paneldiskussion am Ende des Tages. Mit Expert:innen aus der Start-Up Szene, der Industrie und der Forschung wurde der Blick auf weitere Projekte und Player im Datenökosystem gerichtet, aber vor allem das Potenzial der jbDATA Ergebnisse sowie des zu veröffentlichenden Datensatzes besprochen. Außerdem wurde in der von der Konsortialleiterin Azarm Nowzad (AUMOVIO) geleiteten Diskussion aufgezeigt, wie durch Zusammenarbeit und Datennutzung neue Wertschöpfungspotenziale entstehen können.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Ein zentraler Erfolgsfaktor von jbDATA war die enge Zusammenarbeit in einem starken Partnernetzwerk aus Industrie und Forschung. Der intensive Austausch zwischen den Partnern und den Teilnehmenden des Events verdeutlichte, wie wichtig kollaborative Ansätze für die Weiterentwicklung datengetriebener Innovationen sind und wie aus gemeinsamer Forschung konkrete Lösungen für zukunftsweisende Technologien entstehen können. Die entwickelten Ansätze – allen voran die Smart Data Loop – bieten eine starke Grundlage für die nächste Generation End-to-End datengetriebener Fahrzeugsysteme.
Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist die geplante baldige Veröffentlichung des jbDATA Datasets. Dieses soll als hochwertiger, praxisnaher Datensatz die Weiterentwicklung datengetriebener Anwendungen, insbesondere im Bereich KI und automatisiertes Fahren, nachhaltig unterstützen und der Community zugänglich gemacht werden. Ergänzend dazu ist ein umfassendes White Paper zur Veröffentlichung geplant.
Partner von jbDATA: AUMOVIO, AVL Deutschland GmbH, AVL Software and Functions GmbH, b-plus technologies GmbH, DXC Luxoft, FZI Forschungszentrum Informatik, Mercedes-Benz AG, Technische Hochschule Deggendorf und Valeo Schalter und Sensoren
Fotos: Max-Moments